Astroblog

Ziemlich verschroben

Nachdem ich den neuen Standort in der Pampa zwei Mal benutzt hatte und feststellen musste, dass dort nicht nur von der Bundeswehr scharf geschossen wird, sondern auch von Jägern, und dass dort extrem viel Feuchte aus dem Boden kommt, so dass ich praktisch bereits beim Einnorden komplett zugetaute Optiken habe, bin ich etwas genervt. Immerhin, das Problem meiner Montierung, die bis zu 30° daneben war beim Kalibrieren, hat sich durch das wiederherstellen der Grundeinstellungen selbst behoben.

Unterdessen haben wir jetzt gelegentlich freien Himmel, und eine Dachterrasse, und ich habe keine Lust, die CGEM mit dem großen Tubus die Treppe hinauf zu wuchten. Oder hinaus zu fahren. Also besinne ich mich der handlichen CG-5 und meinem Newton-Rohr. Geht sehr gut die Treppe rauf, also baue ich auf. Ich habe fast alles fertig, eingenordet und alles, als mir auffällt dass ich am Newton noch die 3-Zoll-Prismenschiene für die große Montierung habe. Also… abschrauben, kleine Prismenschiene ran.

Wenn es nur so einfach wäre. Die Schrauben für die breite Schiene sind leider zu kurz für die schmale Schiene. Ich habe noch irgendwo ein Kurzprisma, das mit den kurzen Schrauben gehen sollte, aber nach dem Umzug weiß ich im Moment nicht wo. Ich rufe bei meinem bevorzugten Astonomiebedarfhändler an und frage nach: die haben die nötigen Schrauben, aber das nutzt mir natürlich heute nichts. Aber eine weitere Schiene ist noch da; die geht mit den vorhandenen Schrauben. Nur ist diese Montageschiene für eine andere Montierung gedacht; passt aber mit Hilfe der Rändelschraube der CG-5. Also schiebe ich die Schellen zusammen und baue auf. Für den ersten Abend funktioniert das, und ich erfreue mich ein weiteres Mal am wunderbar klaren Bild dieses Newton-Eimers.

Für den nächsten Abend lasse ich alles draußen stehen, mit entsprechendem Wetterschutz. Ich habe etwas Freude am Mond und an Jupiter, dann habe ich nichts mehr im Blickfeld das sich lohnt, und fahre die Montierung in Grundstellung zurück… und das Rohr fällt aus der Halterung und schlägt hart auf dem Boden auf.

Kacke.

Der Tubus ist mit dem Ende auf den Boden aufgeschlagen, so dass eine Strebe des Spannkreuzes des Fangspiegels nach innen hinein getrieben wurde, mit einer entsprechenden Beule im Tubus. Die Spannschraube auf dieser Seite steckt endgültig fest, und das ganze Ding ist nicht mehr benutzbar. Ich trage alles nach drinnen, stelle es in eine Ecke um es am nächsten Morgen in Ruhe näher zu betrachten.

Der Tubus muss ausgedengelt werden. Das kann ich selbst machen; es ist der Lack abgeplatzt; ich habe Schultafel-Lack, das ist zum Ausbessern geeignet. Ich versuche, das Spannkreuz in Form zu bringen, und breche dabei eine der Madenschrauben ab. Nicht gut. Ich rufe meinen Astronomie-Anbieter an, wo ich dieses Teleskop gekauft hatte, um nach Ersatzteilen zu fragen. Dort kein Überblick (OK, die bieten so um die 300 verschiedene Teleskope an…) und werde gebeten, das Spannkreuz einzuschicken, damit man dort sehen kann was man machen kann. Ich versuche, den Fangspiegel vom Spannkreuz zu trennen und stelle fest, dass die nötigen Drehkräfte, um die Schrauben zu lösen, außerhalb meiner Erfahrung liegen: Ich traue mich nicht, also sende ich das ganze Ding mitsamt Spiegel ein. Ich hoffe auf baldige Rückmeldung.